Selbstständige ohne Angestellte und andere Kleinstfirmen sollen mit mindestens 40 Milliarden Euro unterstützt werden. Geplant sind direkte Zuschüsse und Darlehen.

Die Bundesregierung plant in der Coronavirus-Krise [https://www.zeit.de/thema/coronavirus] ein Hilfspaket von mindestens 40 Milliarden Euro für Solo-Selbstständige und andere Kleinstfirmen. Das Geld soll teils in Form von direkten Zuschüssen ausgezahlt werden, teils in Form von Darlehen. Am Montag soll das Kabinett die Hilfen beschließen. Weitere Details sind noch offen. Im Gespräch sind dabei offenbar Zuschüsse von 9.000 bis 10.000 Euro für Firmen von bis zu fünf Mitarbeitern und bis zu 15.000 Euro für Firmen von bis zu zehn Beschäftigten – und zwar für eine Dauer von maximal drei Monaten. Wie der Spiegel berichtet, sollen insgesamt zehn Milliarden Euro als direkte Zuschüsse vergeben werden, der Rest als Darlehen. Um die Hilfe zu finanzieren, will Finanzminister Olaf Scholz (SPD) laut Spiegel einen Fonds in Form eines Sondervermögens des Bundes organisieren, das selbstständig Kredite aufnehmen dürfe. Weil es über die Bonität des Bundes verfüge, könne es sich die Mittel billig leihen und entsprechend günstig an Betroffene weitergeben.


Bis zu fünf Millionen Solo-Selbstständige
In Deutschland gibt es bis zu fünf Millionen Solo-Selbstständige, die von den bisherigen Hilfen der Regierung in der Coronavirus-Krise kaum profitieren – also etwa Musiker, Fotografen, Künstler, Heilpraktiker, Dolmetscher oder Pfleger. Viele von ihnen fürchten wegen der drastischen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie um ihre Existenz. Das Hilfspaket soll sie zeitlich befristet dabei unterstützen, ihre Mieten zu zahlen und betrieblichen
Verpflichtungen nachzukommen. Zuvor hatte die Bundesregierung bereits umfassende Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die wirtschaftlichen Folgen der beispiellosen Krise abzufedern. So hatte sie ein unbegrenztes Kreditprogramm für Unternehmen beschlossen sowie eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes. Seit Anfang der Neunzigerjahre ist die Zahl der Selbstständigen in Deutschland dem Wirtschaftsforschungsinstitut DIW zufolge kräftig gestiegen. Eine erhebliche Rolle habe dabei die Förderung von Ich-AGs durch die Bundesagentur für Arbeit ab dem Jahr 2003 gespielt.

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